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Warum werden bei Wahlen "Parteifarben" abgefragt und nicht die Interessen der Wähler?
#1

Warum werden bei Wahlen "Parteifarben" abgefragt und nicht die Interessen der Wähler?

Auf der Seite Bürgerkandidaten wurde am 13.09.2017 ein Beitrag zum Thema Selbst abstimmen mit DEMOCRACY veröffentlicht.

Einer der Diskutanten dort schreibt:

Zitat:Wozu soll ich in allen Belangen Spezialist in einem abzustimmenden Metier werden? Das ist weder praktikabel noch zielführend.

Hier meine Anmerkungen dazu:

Zitat:Wozu soll ich in allen Belangen Spezialist in einem abzustimmenden Metier werden?

Diese Frage stelle ich mir auch.

Warum organisieren wir keine zivilgesellschaftlichen Vertrauens-, Kompetenz- und Verantwortungsnetzwerke, in denen unabhängige Fachleute Entscheidungshilfen geben?


Zitat:Das ist weder praktikabel noch zielführend.

Das sehe ich auch so.

Wenn man sich mal die erbärmlichen Entscheidungsgrundlagen anschaut, die manche Wahlberechtigte ihrer Wahlentscheidung zugrunde legen, könnte man die Frage aufwerfen, ob es nicht wesentlich intelligenter und zielführender wäre, permanent die Interessen der Menschen zu ermitteln, statt alle vier Jahre irgendwelche „Parteifarben“ „abzufragen“.

Beispiel:

Am 18. Februar 1943 fragte jemand im Berliner Sportpalast die 15.000 Teilnehmer einer Versammlung, ob sie den „totalen Krieg“ wollten.

Die Abstimmung der Zuschauer war eindeutig und einstimmig: Sie „wollten“ den totalen Krieg.

Diese „Abstimmung“ war zwar möglicherweise „demokratisch einwandfrei“, allerdings, wie die Geschichte gelehrt hat, letztlich nicht im Interesse der Abstimmenden bzw. des deutschen Volkes.

Die tatsächlichen Interessen des deutschen Volkes hätte man ergründen können mit Fragen wie:

- Habt Ihr Interesse daran, dass es in den nächsten zwei Jahren ausreichend zu Essen gibt?
- Habt Ihr Interesse daran, dass Eure Verwandten auch in zwei Jahren noch leben?
- Habt Ihr Interesse daran, dass Euer Haus in zwei Jahren noch steht?

Wie wäre es, wenn wir als Zivilgesellschaft in Deutschland die Interessen der Bürger ermitteln und das Ergebnis mit den Taten bzw. Untaten unserer Politiker vergleichen würden?

Meiner Ansicht nach könnte man mit einer entsprechenden "App" weit mehr erreichen, als mit einem weiteren "herkömmlichen Abstimmungstool" [für dessen Ergebnisse sich möglicherweise kaum jemand interessiert].

***

Ein anderer Diskutant schrieb:

Zitat:abstimmen ohne umfassende Informationen des Für und Wider führt direkt zur Antidemokratie.Es müßte also ein Informationskanal vorgeschaltet werden, an derem Ende evtl.eine Abstimmung steht.

Zitat:abstimmen ohne umfassende Informationen des Für und Wider führt direkt zur Antidemokratie.

Das sehe ich auch so.

Könnte es sein, dass die Abstimmungen über Brexit, Trump und Macron anders ausgefallen wären, wenn die abstimmenden umfassend(er) / besser informiert gewesen wären?

[Gabor Steingart bezeichnete im Handelsblatt Morning Briefing vom 13.06.2017 die Wahl von Macron als Revolution. Wenn das eine Revolution war, frage ich mich, ob der "Brexit" und die Wahl von Trump - jedenfalls aus Sicht des "Establishments" - nicht auch Revolutionen waren.]

Zitat:Es müßte also ein Informationskanal vorgeschaltet werden, an derem Ende evtl.eine Abstimmung steht.

Vielleicht könnten auch diesbezüglich zivilgesellschaftliche Vertrauens-, Kompetenz- und Verantwortungsnetzwerke nützlich sein.
Alle meine Beiträge im Querdenkerforum können gerne unter Angabe der Quelle weiterverbreitet werden. (CC BY-SA 3.0)
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Warum werden bei Wahlen "Parteifarben" abgefragt und nicht die Interessen der Wähler? - von Helmut Krause - 21.09.2017, 15:08

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